Interview mit Staatsminister Schneider

Vor einiger Zeit habe ich meine Meinung zum Thema Medienführerschein kundgetan. Da es meiner Meinung nach nicht fair ist, über ein Thema zu reden ohne es etwas zu hinterfragen, habe ich mir gedacht dass ich einige Fragen an Herrn Schneider zu richten um seine Meinung zu vertreten.

In meinen Augen wirklich ein netter Politiker, der auch wenn es etwas dauert, sich die Zeit nimmt mit offenen Fragen auch offen umzugehen. In keinster Weise musste ich Ihn überreden sich 5 Frage zu stellen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für seine Zeit bedanken.

Damit Ihr auch wisst um wen es geht, möchte ich Euch erst einen Steckbrief von Herrn Schneider präsentieren, bevor es zum eigentlichen Interview geht.

Staatsminister Siegfried Schneider
Leiter der Bayerischen Staatskanzlei

Geboren am 07. April 1956, katholisch, verheiratet, 3 Kinder

1975
Abitur Reuchlin Gymnasium Ingolstadt

1977 - 1980
Studium für Lehramt an Volksschulen

1980 - 1994
Lehrer an verschiedenen Grund-, Haupt- und Förderschulen

1987 - 1999
CSU-Ortsvorsitzender Wettstetten

1990 - 2005
Gemeinderat

seit 1994
Mitglied des Landtags

seit 1996
Kreisrat

2001 - 2007
stv. CSU-Bezirksvorsitzender Oberbayern

seit 2002
Mitglied des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Eichstätt

2002 - 2005
Bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion

2002 - 2003
Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport

2003 - 2005
Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport

2005 - 2008
Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus

seit 2007
Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes Oberbayern

seit 30. Oktober 2008
Staatsminister, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei

Ich habe Herrn Staatsminister Schneider 5 Fragen gestellt. Teilweise gezielt auf den Medienführerschein, teilweise auch ganz triviale Fragen. Was genau dabei herausgekommen ist, könnt Ihr jetzt lesen

  • Wie nutzt der Staatsminister das Internet privat?
    Natürlich hat das Internet neben dem Berufsalltag auch privat bei mir Einzug gehalten. Ich nutze e-mail und die Office-Programme. Auch recherchiere ich öfters über das Internet. In Teilbereichen habe ich auch die Möglichkeit über das Internet einzukaufen kennen und schätzen gelernt.
  • Wie sehen Sie das Problem mit Lehrkräften, die auf ihrem aktuellen Stand bleiben und sich nicht fortbilden möchten? Was wäre hier eine mögliche Lösung?
    Grundvoraussetzung zur Stärkung der Medienkompetenz ist, dass den Lehrkräften auch ein Qualifikationsangebot an die Hand gegeben wird. Den bestehenden Fortbildungseinrichtungen, wie z.B. der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen, kommt hier eine zentrale Verantwortung zu. Hinsichtlich der persönlichen Motivation der Lehrkräfte bin ich zuversichtlich, dass die überwiegende Anzahl der Lehrkräfte bereit ist, sich den neuen Herausforderungen zu stellen, wenn ihnen ausreichend Fortbildungsmöglichkeiten und Unterrichtsmaterialien an die Hand gegeben werden. In der Lehrerausbildung muss der Umgang mit neuen Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz einen höheren Stellenwert einnehmen.
  • Das Internet birgt viele Gefahren und es werden täglich mehr. Kann man hier überhaupt eine vernünftige Basis bilden, die im Idealfall auch nachhaltig bleibt? Kann man in den verschiedenen Phasen wirklich auf nahezu alle Details eingehen?
    Gerade diese Problematik habe ich erkannt und daher den Medienführerschein Bayern konzipiert. Das mediale Angebot ist bereits jetzt vielfältig, von unterschiedlichster Qualität und nicht immer ohne Gefahren. Der Medienführerschein geht daher davon aus, dass Medienkompetenz Wissen und Reflektion über die verschiedenen Mediensysteme integriert und verbindet, zu kritischem Durchdenken, fundierter Bewertung und Positionierung gegenüber und in der Medienwelt befähigt und letztendlich den eigenständigen und selbstbestimmten Gebrauch von Medien als Mittel der Artikulation und Partizipation ermöglicht. Gefahren, Urheberrechte und selbstbestimmter Umgang werden Schwerpunkte sein. Zudem wird sich der Medienführerschein Bayern ständig weiterentwickeln, die zu vermittelnden Inhalte aktualisieren und in praktische Anwendungsbeispiele umsetzen.
  • Viele Jugendliche sind den eigenen Eltern, was Technik angeht, mindestens 1 bis 2 Generationen voraus. Ist es wichtig, dass sich auch die Eltern mit dem Thema befassen und ggfs. auch an einem speziellen Seminar teilnehmen sollten?
    Natürlich ist dies der Fall. Dafür werden wir auch die Erwachsenenbildungseinrichtungen einbinden. Die bestehenden Angebote müssen besser vernetzt werden und neue Angebote entstehen, wenn Defizite erkannt werden. Denkbar sind auch generationsübergreifende Projekte, wie z.B. „Ich erkläre meinem Opa das Handy“ oder „Kommunikationsprojekte im Rahmen unseres Wertebündnisses“. Auf diesem technischen Gebiet bietet es sich an, offen dafür zu sein, dass Erwachsene von Kindern und Jugendlichen lernen können.
  • Welche 3 Websites würden Sie aus persönlichen Erfahrungen empfehlen?
    Spontan fallen mir hier ein www.eltern-ans-netz.de, www.klicksafe.de und www.youtube.com/bayern, unsere neue Videoplattform.

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